Archiv für August 2012

Hinweis: Online war gestern! – Initiative für eine Druckausgabe der Gǎi Dào

Zur Zeit ist die Gǎi Dào erstrangig ein Online-Projekt. Zwar stellen wir zu jeder neuen Ausgabe spezielle Versionen bereit, mit der jede*r sich unkompliziert die Zeitschrift ausdrucken kann, das reicht uns aber nicht.

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Wir wollen ab Januar 2013 als reguläre Zeitschrift erscheinen, das bedeutet gedruckt und bestellbar. Kein unehrgeiziges Ziel, zugegeben, aber für alle Menschen hinter diesem Projekt war eine reine Online-Zeitschrift von Anfang an nur eine Zwischenlösung.

Gründe dafür gibt es viele, der Wichtigste sei dennoch erwähnt: Wir mögen einfach Zeitschriften. Aus Papier.
Scheitern kann ein solches Projekt an vielerlei Gründen, wir wollen einem davon schon im Vorfeld ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen: dem schnöden Geld.
Deshalb suchen wir bis zum 30. November Menschen, Gruppen oder Locations, die insgesamt 100 Vor-Abonnements der Gǎi Dào abschließen. Dadurch haben wir ein wenig Planungssicherheit und ihr verpasst garantiert nicht die „erste“ Ausgabe.

Alle seit Januar 2011 veröffentlichten Ausgaben findet ihr hier

Falls ihr Interesse an einem Vor-Abonnement habt, erfahrt ihr alle Details unter:
abo-gaidao@riseup.net | PGP-Key

Und für generelle Fragen, Anmerkungen, Kritik oder nette Worte erreicht ihr die Redaktion unter:
redaktion-gaidao@riseup.net

[Übernommen vom Blog der FdA-IFA]

Beware the power socket!

An alle Menschen, die sich von Board-Radios in ICE-Zügen nicht einlullen lassen und angesichts der relativ hohen Effektivität der Deutschen Bahn sich an den Nationalsozialismus erinnert fühlen und Böses ahnen, an sie richtet das ZK sein Wort.
das zk himself

Einst rief ein weiser Mann in die Welt: „Bildet Lesekreise!“. Auch wir folgten damals, denn es gibt schließlich gute Gründe dafür:

Alte und neue, aus Kunst oder Werbung stammende Bilder von Lesenden zeigen meistens nicht viel mehr als einen Menschen, der konzentriert und in sich gekehrt einem Buch zugewandt ist. Dass Lesen eine einsame Tätigkeit sei, gilt als ausgemacht – und ist schließlich nicht ganz falsch. Mit dem Gelesenen jedoch umzugehen, es einzuordnen, zu analysieren, zu bewerten, dazu kann eine Gesprächsrunde unter Bücherbegeisterten durchaus von Nutzen sein.

Es gilt sich erneut zu den Wurzeln der Bewegung zu bekennen, wie sich die verkrüppelte doitsche Arbeiterbewegung zu ihrer Zähmung in Arbeiterkulturvereinen bekennen sollte:

„Ein Lesekreis ist auch eine Schule des Lebens“, sagt Thomas Böhm und zitiert eine Liste von Eigenschaften wie Enthusiasmus, Lesedisziplin (sic! – ZK) oder Pünktlichkeit (sic, verdammt noch mal! – ZK), die mögliche Lesekreismitglieder mitbringen müssten. Mit solchem Lob privater Kulturübung als einer charakterbildenden Veranstaltung ist das Buch recht nahe an traditionellen Vorstellungen vom bürgerlichen Salon, die dem Lesezirkel ohnehin anhängen.

Und wie bei jedem Neuanfang müssen wir uns unserer Lage vergewissern und ggf. daraus Schlüsse praktischer Natur ziehen:

In der Hauptsache jedoch gibt Thomas Böhm höchst praktische Tipps zur Gründung und zum Betreiben eines Lesekreises: Wo und wie sucht man nach den richtigen Teilnehmern? Wie trifft man eine geeignete Bücherauswahl? Wie führt man das Literaturgespräch in der Runde am besten? Und nicht zuletzt: Was gehört sonst noch zu einem gelungenen Abend mit den Lesepartnern?

Nu, was das Letztere angeht, hat BiKri schon sehr früh das Richtige gewusst. Das nur so, nebenbei. Ansonsten weiß der weise Mann Bescheid, aber so was von! Achtung:

Was zum Beispiel macht eigentlich „schwierige“ Literatur aus? Böhms launige Antwort: „1. Die Sätze im Text sind lang oder auf andere Weise unübersichtlich. 2. Der Text enthält Fremdwörter. 3. Der Text enthält fremde Gedanken. 4. Der Text kombiniert die Schwierigkeiten 1 bis 3.“

Wer bei so viel Putzigkeit nicht erzittert und noch voller Zuversicht ist, der / die sei die Tage aufmerksam! Denn es dürfte uns nichts Neues sein, wenn in der Nacht plötzlich eine leise Stimme aus der Steckdose ertönt. Wenn jedoch aus beiden Löchern Widersprüchliches kommt, gilt es, sich nicht irritieren zu lassen.
Nu, dann bis später, Ende der Durchsage. Wir sehen uns am Donnerstag in der Stadt am Bratwurststand gegen Rechtsextremismus.