Archiv für November 2011

Kurze Geschichte über den Vater und die kleine Konstruktion der Konstruktion

Es war kalt und fing an dunkel zu werden. Es nebelte. Er stand an eine Laterne gelehnt und schaute durch das Fenster nach draußen. Er aß eine Erdbeere. Der Vater war nicht da. Und doch war er da. Obwohl er nicht da war, war er da. Ja, gerade, weil er nicht da war, war er da. Er war da und gleichzeitig nicht da. Mit anderen Worten, er war sowohl da als auch nicht da.

Ihr wusstet alle, dass es so kommen würde…

…dass es früher oder später unvermeidlich passieren würde. Ihr dachtet jeden Tag und jede Nacht daran. Ihr habt’s so vermisst, dass ihr beinahe physische Schmerzen hattet. Schweißausbrüche, dramatische Stimmungswechsel und Selbstzerstörung…

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Und jetzt? Ironischerweise gleichzeitig mit unserem Lieblingszombie des Bildungsprotests, versucht auch der BiKri wieder aufzustehen, die Stimmen im Kopf rufen oich nach Sanderau, als hättet ihr eh nicht schon genug um die Ohren…
Und ihr wart natürlich artig, habt selbstverständlich den altertümlichen Text zu Tripple-Opression-These oiphorisch überflogen und könnt es nicht erwarten, bis ihr am 15.11. gegen 20:30 in Sanderau antanzen dürft. Na, wenns wirklich so ist – schmerzlich willkommen!

Davor aber, falls ihr Zerstoiung nach dem entfallenen Vortrag von Jürgen Mümken sucht, bieten sich das Femfest oder „Doitschland Lagerland“ Konferenz an. Oder auch die Linke Literaturmesse in Nürnberg, warum auch immer. Ist zwar nicht ganz der Christkindlesmarkt, geht aber auch. Dazu ein Zitat von der AG Kritische Theorie:

…„alternativ zum kapitalistischen Mainstream“, das bedeutete in Nürnberg immer schon, ein Gruselkabinett der neo-stalinistischen Antike auszustellen. Das Beste an der Linken Literaturmesse waren stets die Antiquariate. Der Rest: all die Maoisten, linksverwirrten Sozialdemokraten, Operaisten, Ernst Thälmann-, Walter Ulbricht- und Josef W. Stalin-Trauervereine, dazu die Enver Hodscha-Anhänger, die Befreiungsnationalisten aller Fraktionen, all die leidenschaftlichen AgitProp-Vereine gegen Heuschreckenplagen, für Tierschutz und jedenfalls und immer vorwärts (oder: rückwärts) gegen Israel – dazwischen, als Platzhalter revolutionärer Restvernunft, einige wenige traurige Anarchisten und die Marxisten-Sophisten der Gruppe Gegenstandpunkt, dazu Graswurzel-Revolutionäre, DKP-Funktionäre, ein paar Trotzkisten, und nicht zu vergessen die Kollegen von der Internationalen Kommunistischen Strömung, bei denen man die Schriften des KPI-Mitbegründers Amadeo Bordiga erwerben kann, insbesondere dessen Traktat „Auschwitz oder das große Alibi der Bourgeoisie“, einen Grundlagentext der Holocaust-Leugnung von links. Diesem Gruselkabinett präsidiert, gewissermaßen als ihre ideelle Gesamt-Journaille, die Berliner Tageszeitung „Junge Welt“.

Das war und ist die Linke Literaturmesse. Und es war schön und gut so, wie es war. Denn in Nürnberg konnte man im Recycling-Hof der Linksgeschichte stöbern und einmal im Jahr einen Blick werfen in einen Abgrund der Gegenaufklärung, der seinesgleichen sucht.

Also, Wurst und Proust, Genossen!