Bürger der Stadt feiern „Dienstag der Freude“

Guten Morgen Würgdown! Heute ereigneten sich ganz außerordentliche Geschehnisse. Unangekündigt gingen Würgdowner Bürger auf die Straßen um ihre Sympathie mit ihrer Polizei kund zu tun. Trotz zahlreicher Ankündigungen in dem social network „Facebook“ war die Würgdowner Polizei, die mit lediglich einigen Dutzend Streifen auf den Straßen für Sicherheit sorgte, völlig überrascht. Ein Polizeisprecher berichtete „Mir warn dodal baff. Was wolln die überhaubt?! Des hats ja no nie geben hier!“. Es dauerte seine Zeit bis Verstärkung eintraf.

Von der Kaiserstraße bis zum Dom versammelten sich massenhaft Würgdowner BürgerInnen. Es wurde „Zivilcourage! Mit oder ohne Gage!“ und „Polizei, Polizei, unser Freund und Helfer!“ skandiert. Auch die facebookblau behemdete Facebook-Jugend war zur Stelle. Die Polizei konnte das Geschehen zuerst nicht einordnen und ging von einem linksextremistischen Hintergrund aus. Die Kollegen der Bereitschafts- polizei wurden hinzugerufen.

Die Situation nahm unterdes eine verblüffende Wendung. Als immer mehr Polizisten in der Würgdowner Innenstadt zusammengezogen wurden und auch erste Wagenkolonnen des USK in den Seitenstraßen bemerkbar wurden, spitzte sich die Lage zu. DemonstrantInnen stürmten auf die PolizistInnen zu. Jedoch nicht in feindlich gesinnter Absicht! Ganz im Gegenteil: Es kam zu Verbrüderungsszenen zwischen allen Beteiligten. Kurioses bekam man da zu sehen. Alte Damen küssten Polizisten auf die Backen, junge Mädchen überreichten den Beamten selbstgeplückte Blumensträuschen. „Danke!“ und „Hoch soll sie [gemeint war die Polizei; Anm. d. Verf.] leben!“ riefen die Massen. Von dieser Welle der Zuneigung zunächst überrollt, ließen sich die PolizistInnen, die sich schließlich im Einsatz befindend mit der nötigen Professionalität zeigten, nun auf die Demonstrierenden ein. Einige Würgdowner standen sogar Arm in Arm mit der Polizei auf den Dächern der Einsatzfahrzeuge. Die deutsche Nationalhymne wurde mehrmals angestimmt. Ein junger Polizist sagte freudestrahlend „Wann hats des schonamal so gegebn?“. Zu tumultartigen Szenen kam es jedoch, als besonders wohl gestimmte Bürger begannen Polizisten auf ihre Schultern zu heben und durch die Straßen Würgdowns zu tragen. Anfangs noch argwöhnisch, erkannte die Polizei nun endgültig, dass sie von der versammelten Bürgerschaft nichts zu befürchten hatte – weder für sich selbst noch für ihre Stadt. Nun war kein Halten mehr. Ob in Uniform oder nicht, die BürgerInnen feierten gemeinsam ein großes Fest der Freundschaft und zeigten, dass zwischen sie „kein Blatt Papier passt“.

Auf die Beweggründe der spontanen Versammlungen angesprochen, gaben die DemonstrationsteilnehmerInnen unterschiedliche Auskünfte. „Mei Mann un ich ham in der Zeidung glese, dass die Griminalbolizei da so a gommunistisches Nest weng ausghobe hat. Un des findma subba! Gell, Horstl?“ Solche und ähnliche Aussagen prägten das Bild. Ein Sprecher der Pressestelle des Polizeipräsidiums sagte „Uns, der Bolizei, is des midlerweile a wurscht warum die uns jetzt so hochjubeln. Normalerweis kriegst immer igendwas ann Kopf gworfe als Bolizist. Des höri immer von mei Männer da drauße. Des is a Unverschämdheit. Desweche simma jetzt a erschtamo froh, dass unser Arbeit überhaubt werdgschätzt wird!“.