Archiv für Februar 2011

Hardcorig soll es werden (sagt mensch zumindest)

hortkor Werte Froindinnen und Froinde der theoretischen Hirnwegpustungen und Politische-Ökonomie-Zerfickungen in Würgtown! An oich richtet hoite (wie übrigens auch seit jeher) sein Wort der Post-Post-Prä-Post-BiKri. Am kommenden Montag, den 28. 02. treffen wir uns um 20 Uhr in der froindlich zur Verfügung gestellten Roimlichkeit der Fachschaft Viel-osophie am Joseph-St(r)angl-Platz 2, um den 5-Jahres-Plan zur Bewältigung der „Resultate“ auszuarbeiten.

Wir zitieren aus einem dem ZK zugespielten Rundschreiben der LinksabweichlerInnen im Post-Post-Prä-Post-BiKri: „Bei den „Resultaten des unmittelbaren Produktionsprozesses“ handelt es sich grob gesagt um eine Zusammenfassung des ersten Bandes des Kapital. Mit ca. 100 Seiten ist dies also eine Gelegenheit sich einen ersten Überblick über die Grundkathegorien des Marxschen Kapital zu verschaffen. Darüber hinaus enthält der Text auch noch einige orginale Passagen, die so nicht im Kapital auftauchen (v.a. die reelle Subsumption unter die Produktonsmittel), aber eine erhebliche Rolle in der gesamten Diskussion um den Kapitalismus spielen. (…) Im Rahmen des Vorbereitungstreffens soll zunächst der Text kurz vorgestellt werden.
Danach geht es im Wesentlichen um organisatorische Fragen.

- Wie wollen wir lesen? (z.B. Mit Referaten und Vorausprotokollen zu den Textabschnitten)
- Wann wollen wird lesen? (mehrere Treffe in 1-2 wöchigem Abstand oder verblockt an einem WE)
- Wo wollen wir lesen? (Der FSI-Keller steht uns voraussichtlich nur für dieses Vorbereitungstreffen zur verfügung. Die Raumwahl hängt dabei auch von der Zahl der interessenten ab.)
- Wann wollen wir lesen (Terminabsprache, damit möglichst alle an allen Terminen Zeit haben)
- Konkrete Textaufteilung
“.

In diesem Sinne,
würg‘ am Tisch! Love and peace, hug! hug! hug! the police! Support your local Kupuk!
Oier ZK.

24.02. Vortrag „Protektorat Griechenland“ mit Ralf Dreis

Die Ermordung des 15-jährigen Schülers Aléxandros Grigorópoulos durch Polizeibeamte in Athen, hatte im Dezember 2008 zu einem beispiellosen sozialen Aufstand in Griechenland geführt. Heute, zwei Jahre später, hat sich die Lage auf den verschiedensten Ebenen dramatisch zugespitzt. Der Staat ist faktisch bankrott. Große Teile der Bevölkerung wehren sich mit Streiks und Demonstrationen gegen immer neue Sparbeschlüsse. Klandestine Organisationen, die 2009 verstärkt die Aufnahme des bewaffneten Kampfes propagierten, sind durch Verhaftungen in der Defensive. Der Athener Szenestadtteil Exárchia befindet sich faktisch unter Polizeibesatzung. Anschläge faschistischer/parastaatlicher Gruppen auf MigrantInnen, besetzte Häuser, anarchistische Treffpunkte haben erschreckende Dimensionen erreicht. Das Land ist politisch gespalten und taumelt sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich am Rande des Abgrunds.

„Die Griechen“, so das in den bürgerlichen Medien der BRD vermittelte Bild, sind korrupt und faul, haben jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt, um danach ausgeruht mit 50 in Frührente zu gehen. In Erwartung rettender deutscher Steuergelder, besitzen sie nun die Frechheit gegen dringend gebotene Lohn- und Rentenkürzungen zu streiken.

Das ressentimentgeladene Rauschen im deutschen Blätterwald ist die Begleitmusik zur knallharten Durchsetzung des Stabilitäts- undWachstums­paktes in der Europäischen Union. In der Wirtschafts- und Finanzpolitik steht das Griechenland seit Anfang 2010 quasi unter Zwangsverwaltung. In der EU-Kommission geht die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone um. Nicht nur die griechische Schuldenkrise gefährdet die Stabilität der Gemeinschaftswährung, sondern der als Domino-Effekt befürchtete Bankrott in weiteren Mitgliedstaaten. Nach monatelangem Gezerre und der Zusage zur Durchführung „schmerzhafter Reformen“ bewilligte die EU im April 2010 ein 110 Milliarden Euro schweres Hilfspaket. Die sozialen Auseinandersetzungen, die Streiks und die staatliche Repression haben sich seitdem auf ein bisher ungekanntes
Niveau gesteigert.

Veranstaltung mit Ralf Dreis

Über das Sparprogramm, Streiks und Widerstand, die anarchistische Bewegung sowie die politischen Entwicklungen und Perspektiven berichtet Ralf Dreis, langjähriger Griechenlandkorrespondent für diverse linke und anarchistische Zeitungen. Er arbeitet als Griechisch-Übersetzer, pendelt zwischen Deutschland und Griechenland und ist Mitglied der FAU Frankfurt.

Veranstaltung in Würzburg am Donnerstag, den 24.02.2011, im Hans Huckebein (Textorstr. 5), um 20 Uhr

Veranstaltungshinweis: 18.02. Indie-Hände-Gespuckt

Ein gewisser Frank Apunkt Schneider beehrt Würgtown am 18.02. mit einem Vortrag über die Kritik der Kultur der Unabhängigkeit. Der Vortrag findet im Cairo um 19 Uhr statt.

Der Post-Post-Prä-BiKri empfiehlt, wegen genauerer Informationen hier nachzuschauen. Und wegen des Vortrags dann selbstverständlich am 18. Februar im Cairo aufzukreuzen.

C ya there.

Bürger der Stadt feiern „Dienstag der Freude“

Guten Morgen Würgdown! Heute ereigneten sich ganz außerordentliche Geschehnisse. Unangekündigt gingen Würgdowner Bürger auf die Straßen um ihre Sympathie mit ihrer Polizei kund zu tun. Trotz zahlreicher Ankündigungen in dem social network „Facebook“ war die Würgdowner Polizei, die mit lediglich einigen Dutzend Streifen auf den Straßen für Sicherheit sorgte, völlig überrascht. Ein Polizeisprecher berichtete „Mir warn dodal baff. Was wolln die überhaubt?! Des hats ja no nie geben hier!“. Es dauerte seine Zeit bis Verstärkung eintraf.

Von der Kaiserstraße bis zum Dom versammelten sich massenhaft Würgdowner BürgerInnen. Es wurde „Zivilcourage! Mit oder ohne Gage!“ und „Polizei, Polizei, unser Freund und Helfer!“ skandiert. Auch die facebookblau behemdete Facebook-Jugend war zur Stelle. Die Polizei konnte das Geschehen zuerst nicht einordnen und ging von einem linksextremistischen Hintergrund aus. Die Kollegen der Bereitschafts- polizei wurden hinzugerufen.

Die Situation nahm unterdes eine verblüffende Wendung. Als immer mehr Polizisten in der Würgdowner Innenstadt zusammengezogen wurden und auch erste Wagenkolonnen des USK in den Seitenstraßen bemerkbar wurden, spitzte sich die Lage zu. DemonstrantInnen stürmten auf die PolizistInnen zu. Jedoch nicht in feindlich gesinnter Absicht! Ganz im Gegenteil: Es kam zu Verbrüderungsszenen zwischen allen Beteiligten. Kurioses bekam man da zu sehen. Alte Damen küssten Polizisten auf die Backen, junge Mädchen überreichten den Beamten selbstgeplückte Blumensträuschen. „Danke!“ und „Hoch soll sie [gemeint war die Polizei; Anm. d. Verf.] leben!“ riefen die Massen. Von dieser Welle der Zuneigung zunächst überrollt, ließen sich die PolizistInnen, die sich schließlich im Einsatz befindend mit der nötigen Professionalität zeigten, nun auf die Demonstrierenden ein. Einige Würgdowner standen sogar Arm in Arm mit der Polizei auf den Dächern der Einsatzfahrzeuge. Die deutsche Nationalhymne wurde mehrmals angestimmt. Ein junger Polizist sagte freudestrahlend „Wann hats des schonamal so gegebn?“. Zu tumultartigen Szenen kam es jedoch, als besonders wohl gestimmte Bürger begannen Polizisten auf ihre Schultern zu heben und durch die Straßen Würgdowns zu tragen. Anfangs noch argwöhnisch, erkannte die Polizei nun endgültig, dass sie von der versammelten Bürgerschaft nichts zu befürchten hatte – weder für sich selbst noch für ihre Stadt. Nun war kein Halten mehr. Ob in Uniform oder nicht, die BürgerInnen feierten gemeinsam ein großes Fest der Freundschaft und zeigten, dass zwischen sie „kein Blatt Papier passt“.

Auf die Beweggründe der spontanen Versammlungen angesprochen, gaben die DemonstrationsteilnehmerInnen unterschiedliche Auskünfte. „Mei Mann un ich ham in der Zeidung glese, dass die Griminalbolizei da so a gommunistisches Nest weng ausghobe hat. Un des findma subba! Gell, Horstl?“ Solche und ähnliche Aussagen prägten das Bild. Ein Sprecher der Pressestelle des Polizeipräsidiums sagte „Uns, der Bolizei, is des midlerweile a wurscht warum die uns jetzt so hochjubeln. Normalerweis kriegst immer igendwas ann Kopf gworfe als Bolizist. Des höri immer von mei Männer da drauße. Des is a Unverschämdheit. Desweche simma jetzt a erschtamo froh, dass unser Arbeit überhaubt werdgschätzt wird!“.