Archiv für Dezember 2010

Sommerliche Laune mitten im Winter

Zwar überlegt sich das weise und allwissende ZK, wie mit euch weiter und ob überhaupt, meint es der Post-Post-Prä-Post-BiKri mit euch gut und will euch einen Strahl der Liebe schicken. Selbst in den bleiernen Jahren haben wir gerade mal so viel Menschlichkeit bewahrt, dass wir euch in diesen hässlichen Tagen nicht ohne Unterstützung lassen. Also, wenn ihr auch das frohe und gesellige Zusammensein mit euren FreundInnen, LiebhaberInnen, Verwandten und sonstigem Abschaum nicht aushalten könnt, gibt es etwas, womit ihr ins ekelhafte kommerzialisierte Spektakel Wärme und Farbe bringen könnt. Wie schon mehrmals in der (Vor)Geschichte der Menschheit geschehen, setzen wir wiedermal auf die bewegende Kraft der Dialektik und treiben die erzwungene Geselligkeit auf die Spitze. Ja, genau! Es geht um ein Gesellschaftsspiel! Ein uraltes unterfränkisches Spiel, das ursprünglich von tataro-mongolischen Spähtrupps aus Versehen in die Region gebracht wurde. Ein Heidenspaß im wahren Sinne des Wortes! So schrieb z.B. der geniale Johann Wolfgang von Goethe gegen das Ende des 18. Jahrhunderts:

Es drohet uns ein Frohes Neu’s
Und Sommersprossen, verdammter Schoiß!

Mit dem Spiel „Sommersprossen“ könnt ihr ein bisschen Sommer (ist wohl klar) in den trostlosen Winterfeiertagen aufleben lassen. Nötig sind mindestens drei Personen, die an einem Tisch sitzen. Eine der Personen steigt auf den Tisch und entleert seinen oder ihren Darm möglichst in der Mitte des Tischs. Eine weitere Person, oder vielleicht auch dieselbe, erklärt sich zum Spielmaster oder -mistress und haut mit einem Hocker oder einem breiten Brett auf das Abgesonderte. Haben die Emotionen sich gelegt, werden die Punkte gezählt. Ja, die Punkte, unsere „Sommersprossen“ werden zusammengezählt und wer die meisten hat, hat gewonnen! So einfach und so viel Spaß kann es machen! Ein kleiner Schritt für einzelne Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit auf dem Weg des Immediatismus!

oioioi

Und zum Schluss ein überlebtes linkes Ritual – ein plumper Kurzsatz mit einem Ausrufezeichen hinten dran (oder mit drei sogar) zum Besten:

FÜR EIN WAHRES MITEINANDER, NU!!!

„Weihnachten, Senioren und Mexiko“ oder: Warum nicht auch mal arbeiten gehen?

Gezeichnete GattungsgenossInnen! Sicherlich habt ihr in letzter Zeit immer häufiger etwas von einem Keller gehört. (Wenn nicht, dann ist es zwar ein deutliches Zeichen dafür, dass ihr echt nicht besonders cooool seid, aber.. scheiß drauf!). Nun, bald wird sich der helle Lichtschein einer neuerlichen Unternehmung aus dem Untergrund über euch ergießen! Um aber zunächst etwas Licht ins Dunkel der Spekulationen, Anfeindungen, Sympathien und Hoffnungen zu bringen, empfiehlt das ZK diese Veranstaltung aufzusuchen:

Und lasst euch nicht täuschen, Gezeichnete!

Denn es ist geboren die Liebe!
Denn es ist geboren das Licht!
Denn es ist geboren die gute Laune!
Denn es ist geboren die Hoffnung!

Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen.
Jedes Mal, wenn ein Mensch beschließt ehrlich zu leben.
Jedes Mal, wenn du versuchst deinem Leben einen neuen Sinn zu geben.

nicht

Der gute, alte BiKri macht mit den Fragen der Rechtsstaatlichkeit am Donnerstag, den 16. Dezember weiter. Treffpunkt ist vor dem Eingang der Inlingua-Schule (Röntgenring 4), um 19 Uhr.

Wenn ihr euch noch nicht sicher seid ob ihr kommen wollt oder nicht bzw. ob ihr einen mit Schnaps gefüllten Flachmann immer bei euch tragen solltet, wird euch folgendes Bildnis weiterhelfen. Ihr braucht es lediglich anzusehen:

Väterchen T gegen den Staat

Weil wir uns immer gerne irgendwelchen Kampagnen anhängen und der ewig radikaleren Realität nachlaufen, widmen wir unsere heutige Predigt dem merkwürdigen Hype um einen längst verstorbenen aufrichtigen Christen. Rund 100 Jahre nach seinem Tod gedenkt der Buchhandel seiner, indem er seine epochalen, aber langweiligen Wälzer (wie z.B. „Krieg und Frieden“ oder „Anna Karenina“) zum tausendsten Mal auspackt (was an sich eigentlich gar nicht falsch ist). Nur der „wahre“ Leo Tolstoi interessiert die „Bildungsnahen“ nicht. Warum sollte er auch? Zu ehrlich, zu heikel, zu gefährlich. Was werden wohl Familien- und Kultusministerien zu diesem Extremisten sagen? Kein Wunder, dass seiner so still gedacht wird. Der unterfränkische Bund der Satano-KommunistInnen hat ein Herz für so manche religiöse Traktate und nutzt die Gelegenheit, um die fast 100 Jahre alte Flaschenpost an christliche MenschInnen weiter zu leiten, von denen es in Würgtown angeblich nur noch so wimmelt ---

I.5. „Ich bereue sehr, dass ich (Befehle zu) Enteignungen von Arbeitsprodukten, Inhaftierungen, Verbannungen, Arbeitshaft, Hinrichtungen, Krieg, sprich Massenmord unterschreiben muss, aber ich muss so handeln, weil das von Menschen gefordert wird, die mir die Macht gaben“, sagen die Regierenden. „Wenn ich Menschen enteigne, reiße ich sie aus ihren Familien heraus, sperre sie ein, verbanne sie, richte sie hin, wenn ich Menschen anderer Völker töte, raube sie aus, schieße in ihren Städten auf Frauen und Kinder, tue ich das nicht, weil ich das will, sondern nur weil ich den Willen der Macht vollziehe, der zu gehorchen ich zum Besten der Allgemeinheit versprach“, sagen die Untertanen. Darin liegt der Aberglaube des Staates. Nur dieser tief verwurzelte Aberglaube macht eine aberwitzige, durch nichts zu rechtfertigende Macht hunderter Menschen über Millionen anderer Menschen möglich und beraubt diese der wahren Freiheit. Kein Mensch, der in Kanada oder in Kansas, in Bohemien, in der Ukraine, in Normandie lebt, kann frei sein, solange er sich für einen britischen, nordamerikanischen, österreichischen, russischen, französischen Staatsbürger hält und oft noch stolz darauf ist. Es kann auch keine Regierung, deren Aufgabe es ist, die Einheit solch unmöglicher und unsinniger Zusammenschlüsse wie Russland, Großbritannien, Deutschland, Frankreich zu wahren, ihren Bürgern die wahre Freiheit zu geben und keinen Ersatz, wie es bei verschiedenen ausgeklügelten Verfassungen geschieht, ob sie monarchisch, republikanisch oder demokratisch sind. Der Haupt- und wahrscheinlich auch der einzige Grund für die Unfreiheit ist die Irrlehre von der Notwendigkeit des Staates. Menschen können auch in Abwesenheit des Staates ihrer Freiheit beraubt werden, aber wenn sie einem Staat angehören, können sie nicht frei sein.
VII.8. Anarchisten haben recht in Allem: Sowohl in der Verneinung des Seienden als auch in der Behauptung, dass bei gegebenen Sitten nichts schlimmer sein kann als Gewalt der Macht. Aber sie irren sich gewaltig, wenn sie denken, dass man Anarchie durch Revolution etablieren könnte. Anarchie kann nur dadurch zustande kommen, dass es immer und immer mehr Menschen geben wird, die keinen Schutz der Regierungsgewalt brauchen und immer und immer mehr Menschen sich schämen würden, diese Gewalt anzuwenden.
VII.9. Anarchie bedeutet nicht das Fehlen von Institutionen, sondern nur das Fehlen von solchen Institutionen, denen Menschen mit Gewalt unterworfen werden. Es scheint, als könnte und dürfte eine Gesellschaft von vernunftbegabten Wesen anders nicht organisiert sein.
Leo Tolstoi, „Der Aberglaube des Staates“ (1910)

Siehe außerdem: Zum Hundersten Todestag Leo Tolstois und Tolstois christlicher Anarchismus – Zum 100. Todestag Leo Tolstoi.

Empfehlenswert ist auch „Das Himmelsreich ist in euch“: Pflichtlektüre bis Weihnachten! Der Post-Post-Prä-Post-Bikri macht indes weiter und trifft sich zwecks gemeinsamer Studien zu Fragen der Rechtsstaatlichkeit (von Johannes Agnoli dargelegt) am Donnerstag, den 9. Dezember vor dem Eingang der Inlingua-Schule (Röntgenring 4, not far from the Bahnhof), um 18 Uhr.
C ya.