Fail Trade & Co

Es ist manchmal sehr interessant, wie manche Menschen dem Sog des Sommerlochs in Würgtown zu entkommen versuchen. Kaum zu glauben, ist einmal die übliche Klientel des Bildungsstreiks (soweit mensch von solcher sprechen kann) aus der Stadt, geschehen durchaus amüsante Sachen. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, bei Critical Mass waren wir nicht und können folglich auch nicht einschätzen, was das für Menschen sind und ob sie mit dieser Stadt und diesem Sommer mehr Probleme haben, als dass in Würgtown kein nötiger Respekt den FahrradfahrerInnen entgegengebracht wird. Auch beim CSD neulich sind wir nur zufällig vorbeigelatscht und haben nur wenige Worte aus irgendeinem interessanten Vortrag oder Aufruf aufgeschnappt. Hoffen wir nur, dass es nicht wirklich so todlangweilig war, wie es aussah: Info-Stände der Linkspertei (die Gerüchten zufolge in näxter Zukunft mit Hamas fusionieren wird), der SPD (gääähn!) und dergleichen unter dem Banner mit dem unverständlichen, aber bestimmt gut gemeinten Namen „Toleranz-Fabrik“. (Was uns so alles bei diesem Namen durch den Kopf schießt, ist kaum zu beschreiben…)

Ob mensch das Sommerfestival von xyeahx zu außergewöhnlichen Veranstaltungen zählen könnte, ist nicht uns nicht ganz klar. Anständiges Musik-Fest für Alternativbewegte, das sogar liebeswürdigerweise mit dem Spruch „Hier ist Kapitalismus, kein Fair-Trade“ warb. Nun, geschuldet war das der Ansammlung von diversen Es-gut-mit-dieser-Welt-Meinenden in der näxten Nähe: auf der Bastion neben dem Cairo. Denn ja, dieses Publikum, so friedfertig es ist, kann sehr nervtötend und verstörend sein.

Einige SchülerInnen und StudentInnen, die aus ungeklärten Gründen immer noch in der Stadt sind, und Menschen, die eher nach Angestellten, Verbeamteten u.Ä. ausgesehen haben, versammelten sich, um faire Brötchen mit fairen Getränken zu konsumieren, fair nachgespielte MTV-Musik zu hören. In den Pausen dazwischen konnte mensch sich von Attac, INWO, Greenpeace und anderem guten Gewissen unserer Epoche erklären lassen, wie die Welt sich noch fairer gestalten ließe. Sogar der mittelmäßige Börsenkommentator der n-tv R. Brichta beehrte Würgtown mit einem Vortrag über unser böses Geldsystem. Die dargebotene „Analyse“ war so tief, dass es einem / einer beim Blick in die Tiefen schwindelig wurde. Oder viel mehr: (kotz)übel. Nun, wir glauben tatsächlich, dass es objektive Gründe gibt, warum Mittelschichten so und nicht anders ticken, warum sie, wenns heikel wird, Zuflucht bei Silvio Gesell und INWO suchen, aber nur Zuflucht und eben keine Lösungen oder Erklärungen. Brichta und sein begeistertes Publikum waren am Verstehen nicht interessiert, obwohl das ganze natürlich als „Aufklärung“ verkauft wurde. Das ist wohl auch der Grund, warum bei denen immer Geld, Zins, Zinseszins, gierige Heuschrecken-Manager und doofe PolitikerInnen das Thema sind, aber nicht die Wirtschaftsweise dieser Gesellschaft, auch Kapitalismus genannt. So sehen sie notwendigerweise nur etwas Dunkles und Bedrohendes im Hintergrund und verstehen sich (auch unser Aufklärer Brichta, welch Überraschung) auf Geschwafel von bösen Welteliten und sonstige Verschwörungstheorien. Entsprechend „radikal“ waren auch die Lösungsvorschläge für „unser“ Gelgproblemchen: ab und zu auf „Reset-Knopf“ drücken, damit einige Nullen in der Rechnung sich in Luft auflösen. Die „permanente Währungsreform“ lässt Genossen Trozki alt aussehen…

Nun fragt sich, was wir auf dem Festival gesucht haben? Mittelschichten bekehren? Schüler für unseren mega-coolen Lesekreis zu gewinnen? Wir wollten widersprechen, was allerdings armselig ausfiel. Mensch kann wahrlich niemandem vorwerfen, sich diesem Fest der verkürzten Kapitalismuskritik verweigert zu haben. Schade aber, dass so tapfere und entschlossene Antifa, die so gerne bei Kleinigkeiten und Bedeutungslosigkeiten wie Würgtowns Linke Antisemitismuskeule schwingt und so viel über Israel zu wissen scheint, zum weit verbreiteten strukturellen Antisemitismus unter Würgtowns anständigen Leuten schweigt. (Apropos, eine taktische Überlegung für die Linke – Eintrittsgeld für Veranstaltungen zu verlangen, um sich von unangenehmen Fragen abzuschotten. Wir glauben sogar, es wird tatsächlich funktionieren).

Auch diesmal waren wir kurz davor entfernt, ins verhasste Sommerloch zu kotzen. Und das war wirklich knapp. Begeben wir uns auf die weitere Suche und gehen wir mit vereinigter Kraft an diese ehrenwerte Aufgabe! We’re on the mission! Kein Fußbreit dem Sommerloch!

(Im Übrigen denken wir, dass die Dialektik von Kotze und Sommerloch wirkliche einer näheren theoretischen Auseinandersetzung wert ist. Vielleicht kommts sogar noch eines Tages dazu. Oder auch nicht.)
Bis die Tage.


35 Antworten auf „Fail Trade & Co“


  1. 1 ben 06. August 2010 um 16:49 Uhr

    Liebe Freundinnen & Freunde,

    da wir Euren Blog seht schätzen, seid Ihr beim nächsten Mal auch wieder herzlich eingeladen, unser Festival der verkürzten Kapitalismuskritik zu besuchen. Für Euch könnten wir sogar Gästeliste und Kotztüten klar machen. Jedoch würden wir wünschen, dass dann von Euch auch mal mehr kommt als gar nichts oder im besten Fall verkürzte Kapitalismuskritik.

  2. 2 Mahatmaglück 06. August 2010 um 19:49 Uhr

    „Schade aber, dass so tapfere und entschlossene Antifa, die so gerne bei Kleinigkeiten und Bedeutungslosigkeiten wie Würgtowns Linke Antisemitismuskeule schwingt und so viel über Israel zu wissen scheint, zum weit verbreiteten strukturellen Antisemitismus unter Würgtowns anständigen Leuten schweigt.“

    Könnten die AutorInnen besagten Abschnitt nochmal in verständliches Deutsch übertragen.
    Ich würde gerne verstehen Wer, aus welchen Gründen dort gedisst wird.
    Los, los!

  3. 3 hannah 06. August 2010 um 22:34 Uhr

    Liebe Frau Beckmann,
    Ich freue mich, dass Ihre tochter den anschluss an die weite welt ausserhalb „Würgtowns“ gefunden hat! die muss sich ja jetzt nicht mehr mit sommerlöchern, übelkeiterregender mIttelschicht und lästigen sommerlöchern herumschlagen, und wenn sie kapitalismusfördernd bikinis vorträgt, hört sie die MTV musik ja sogar direkt. ( falls Sie es nicht sind – sorry, für die Verwechslung. aber: Bewerben Sie sich hier als OB?)
    Generell muss ich sagen,dass ich menschen mag, die sich als achso elitäre bildungselite die ja offensichtlich nicht der breiten mittelschicht sondern entweder einer tragischen intelellektuellen unterschicht die nie zugang zu großen, edlen, informativen folianten und universitäten zu haben schien oder möglicherweise auch der kleinen spitze der oberschicht, die das ganz große los gezogen haben, sowohl betucht UND auch noch mit intellekt und groooooßem weltwissen beschenkt zu sein entstammen – die sind nämlich was seltenes!.. und wenn diese großartigen halbgötter dann noch tiefsinnig, produktiv, unglaublich wortwitzig und -gewandt ( kotzen…daumen hoch für eoloquenz!)wissen, wie man wirklich wertet… dann wird mir ja fast schwindelig vor glück.
    natürlich kann man mit der arrogant-sarkastischen- ich- stehe- eh-über-euch-allen-armen-mitläufern-nichtswissern ziemlich leicht so etwa alles ins lächerliche ziehen. aber selbst als regionalreporter oder vll sogar nur schülerzeitungsmitglied wird „mensch“ ans herz gelegt, sich bei kritiken zu was auch immer nicht von der ach so amüsanten und zielsicher mitten ins wo-es-weh-tut strategie des suffisanten zynismus hinreissen zu lassen. denn das kann letztendlich dann doch jeder=)
    vll auch mal ein thema mit dem man sich näher theoretisch und eventuell sogar zukünftig praktisch auseinandersetzen könnte!
    zum weiteren Inhalt kann man ja gar nicht sonderlich viel zum besten geben, denn hahaa da steht ja gar nichts? ich zumindest lese da nichts weiter als “ die mittelschicht bestehend aus angestellten, verbeamteten, schülern und studenten ist unglaublich langweilig, dumm und schafsgleiches herdengesocks. wir sind besser.“ „uns ist alles zu langweilig uns erbärmlich in Würzburg und eigentlich verachten und verabscheuen wir es, darum nennen wir es (wiedermal) witzig-beissend-treffend WÜRGTOWN“ „Wir wissen es besser als eigentlich alle anderen.“
    den sinnentleerten quatsch mit der Antifa lasse ich jetzt mal höflich weg. aber: toller SChachtelsatz! das zeigt können und intelligenz, glaube ich. eine 1a hypotaxe..oder?
    wie auch immer, offen bleibt für mich immer noch eins, mit dem man sich theoretisch auseinandersetzen könnte: Warum in gottesnamen hängt ihr in würzburg herum, wenns so zum „kotzen“ ist?

  4. 4 peter der nicht peter ist. 07. August 2010 um 12:20 Uhr

    @ben: schon mal gehört das nicht jeder lust hat mit vollidioten noch zu reden, zu diskutieren und das es nie absicht war ein konstruktives anliegen zu äußern? was soll man mit solch hoffnungslos verblödeten leute noch machen, die fair trade produkte abfeiern und denken man könnte so ein schöneres (oder emotional eben) besseres beruhigenderes leben führen?
    ihr seid ein feind.

    @mahatmaglück: les in der kommentarspalte vom hype… jeder der von der veranstaltung um inge höger in würzburg und passenden störversuchen bescheid weiß, kann sich passenden zusammenhang denken. doch was die autorin verpasst, dass man eben nicht immer und mit jedem spinner sich rumschlägt, was er sie erkennt: das die antifa ja eigentlich sonst immer bei jedem pups nazi vor der tür steht. was er widerrum verkennt, dass es in würzdorf keine antifa gibt. nur in schweinfurt und die gibt nur sachen von sich (auch nur lokal, wie das eben in der politik so ist) wenn nazis zu demos mobilisieren.
    jajaja schreckliches pack.

    @hannah: die zusammenfassung hätte man sich sparen können. der letzte absatz, der entscheidende…wo du deine scheiße eben loswirst, hört sich für mich so an: was wollt ihr denn in deutschland, wenn es hier so scheiße ist? geh in die uni und verkrich dich in die bib du hetereo.

    warum wir hier sind und hier bleiben? das geht niemanden etwas an, nur eins kann gesagt sein:
    die langeweile der städte ist omnipräsent.

  5. 5 ben 07. August 2010 um 15:36 Uhr

    @peter:

    Für mich ist Konsum welcher Art auch immer kein Mittel der besseren oder emotional stimulierenden Lebensführung. Er bildet eher den nervigen Unterton meines Weges durch die Stadt, der spätestens Samstag mittag nicht mehr zu ertragen ist.

    Ich mach auch kein Festival um irgentwas zu feiern oder irgentwelche zementierten Wahrheiten oder Lebensstile zu verkaufen, sondern weil es mir Spass macht, etwas zu machen, dass nichts mit bezahlter Arbeit zu tun hat.

    Fair Trade ist für mich ein Stück weit ein anderes Leben, kein richtiges/richtigeres…

    Aber wenn Leute wie Du mich im Sinne Ihrer „Mittelschicht-Gutmenschen-Projektion“ als Feindbild brauchen um Ihr Leben im Zeichen der Kritik emotional etwas aufzupeppeln, bedien Dich ruhig, Du Honk…

  6. 6 gotthardt 09. August 2010 um 0:54 Uhr

    ich sehe in fair trade produkten keine möglichkeit, den kapitalismus zu überwinden.
    wenn ich fair trade dennoch als sinnvoll erachte, um innerhalb des kapitalismus einen faireren markt zu schaffen, kritisiert ihr mein verhalten dann trotzdem?

  7. 7 Felix 09. August 2010 um 18:48 Uhr

    Sers Peter der nicht Peter ist…
    Der Gutmensch sagtest du sei ein Feind -> hättest du gesagt der Feind schlechthin wäre ich hinterhergekommen… aber wenn er einer von vielen ist, wer sind alles die anderen? Gibt es Verbündete? Gibt es schlimmere, gefährlichere, blödere Feinde als den Gutmensch?
    Was macht den Gutmensch aus? Woran erkennt man ihn? Gibt es äußere Merkmale oder eher Charakterzüge? Ist er gar Antisemit?
    Viele viele Fragen… Aber würde mich freuen wenn du einfach nochmal kurz konkretisierst… ich als unbefleckter bin einfach nicht im Bilde, da bisher nur Beleidigungen ausgetauscht wurden.
    Wenn du dich ernsthaft dafür interessierst was man mit hoffnungslos verblödeten machen soll dann meld dich! Denn du wusstest ja keinen „Konstruktiven“ Ausweg für den Umgang mit dieser Sorte Mensch. Ich bin Sonderschullehrer und kann dir da sicher ein paar Tipps geben – didaktischer und pädagogischer Natur!
    Also dann,
    Felix

  8. 8 Administrator 09. August 2010 um 22:18 Uhr

    mamma mia, was denn so alles über den letzten hype zu uns geleitet wurde! dass ihr den LH lest, mensch glaubt es kaum! :)

    @ ben: wenn uns sogar gästeliste und kotztüten angeboten werden, ziehen wir die teilnahme näxtes mal in erwägung. kotztüten sind nämlich was ganz wichtiges. und, lieber ben, von uns kam schon etwas mehr als gar nichts und verkürzte kapitalismuskritik ist ja euer geschäft, nicht wahr?

    @ mahatmaglück: nix los los, stell dich in die warteschlange! der satz ist gut genug, um noch verstanden zu werden, den zusammenhang kann mensch sich wirklich denken. ich wüsste nicht, dass da jemand gedisst wird. so viel argwohn! wenn schon, dann alle. ;)

    @ hannah: leider waren wir weder bei schüler- noch bei regionalzeitungen tätig: sie wollten uns nicht… nun, liebe hannah, wenns so schlecht und unhaltbar war, wieso hast du denn deine zeit verschwendet und diese (auch ausgesprochen schlechte) buchstabensuppe von dir gegeben? versuchen wir es noch mal: was war also dein problem? kann biKri dir irgendwie helfen?

    @ peter: ich danke zwar für die hilfe, nur bitte – nicht in diesem ton. kann sein, dass ich was verpasst habe, was die „spinner“ angeht, vor ein paar wochen hätte ich fast dasselbe gesagt, aber diese beispiele sollte mensch vllt im klartext nicht behandeln. und häng dich bitte nicht an worte, mir ists prinzipiell egal, ob es antifa oder sonstwie nennt.

    @ gotthardt: ein wunderbares kommentar! genauso kurz und knapp will ich mich auch fassen: ja.

  9. 9 Stefan 10. August 2010 um 17:45 Uhr

    Lieber Administrator,
    wenn du dich mit den paar Hans Wurst Kommentaren noch brüstest, die ihr da abgegeben habt… tztztz… der zweitklassige Raimund Brichta :) Ich hätte nix dagegen wenn ihr den total rasieren würdet…aber was ihr da für kleine Schulmädchen-Fragen gestellt habt… entweder schlecht oder feige..aber dann hier im Forum so rumtönen ist mehr als schwach…
    Grüßè mit Soße

  10. 10 Mahatmaglück 13. August 2010 um 17:13 Uhr

    @Bikri-clan: Ich kann aufgrund einer derart verkrüppelten Satzstruktur nur Vermutungen anstellen, was mit besagtem Satz gemeint war.
    Nachdem ihr es nicht fertig bringt das zu korrigieren, geschweige denn mal mehr als bloß irgendwelche Insider-Informationen raus zu lassen, bin ich wohl gezwungen herum zu spekulieren.

    Wenn ich den Satz richtig verstehe, dann macht ihr es der Antifa zum Vorwurf, dass sie sich darauf beschränkt hat mit ihrem Israelfetisch, antisemitismuskeule-schwingend eine Veranstaltung von Die LINKE zu stören anstatt auch das Fair Trade Festival angemessen zu kiritisieren?

    Viel verwerflicher ist es, dass der Würzburger Szenemorast es verhindert, dass man euch liebe Bikri für die Scheisse die ihr postet angemessen kritisiert.

    Wer nämlich so dummdreist ist und sich auf der einen Seite moralisch über die „verkürzte Kapitalismuskritik“* von Attac und Fairtradefans echauffiert, andererseits aber ohne auch nur ein Wörtchen der Kritik, also in völliger Zustimmung, einen derart dämlichen, ressentimentgeladenen Comic postet (gemeint ist „Arbeit.Politik.Gemeinschaft“ oder so ähnlich..)^der macht sich einfach nur lächerlich und offenbart wie es um einige kommunistische und antifaschistische Mindeststandarts bestellt ist.

    *: Dieses Wörtchen zeugt ebenfalls von einer absoluten Begriffslosigkeit. Als ob es damit getan wäre die Kapitalismuskritik einfach nur zu „verlängern“. Damit verschweigt ihr die Gefahr, die von solchen Ressentiments ausgeht komplett.

  11. 11 Administrator 13. August 2010 um 17:42 Uhr

    @ Stefan: LOL! „schulmädchen“ dürfte wahrscheinlich eine äußerst schlimme beleidigung unter den hypermaskulinen männern sein. hast denn was gegen schulmädchen? wenn r. brichta mit kleinen schulmädchen verglichen wird, wissen wir nicht für wen dieser vergleich tatsächlich peinlich sein soll… was waren denn das für fragen? erinnere uns mal bitte.
    brüstet sich hier jemand mit irgendwas, außer du mit deiner männlichkeit? ich glaube nicht.
    tja, wie wir „hier im forum“ (hier im forum, alter schwede!) rumtönen ist unsere sache. gewöhne dich daran.

  12. 12 Stefan 14. August 2010 um 11:00 Uhr

    Hey!
    Ich finde klasse wie ihr im Forum rumtönt!
    Ich will aber auch gerne, dass ihr draussen rumtönt…aber ds ist wohl nicht drin…
    Ja, sorry, ich bin eben derbe Maskulin und da bleibt mir nix übrig als Schulmädchendisses.
    Ja und es ist kein Zufall, dass ich Herrn Brichta mit einem Schulmädchen in Zuammenhang brachte. Denn so lief sein Vortrag nunmal. Pseudoanschaulich, vereinfachend und banalisierend…gefiel mir nicht und bot genügend Angriffsfläche. Ich freue mich auch, dass du so echauffiert reagierst…daher noch ein Kommentar zu meinem Eindruck, den ich von euch gewonnen habe:
    Ihr seid eine Gruppe, die sich durch irgendwas undefinierbares definiert. Ich wette ihr habt alle ne Arbeit, nen Studium und co. Wahrscheinlich unter dem Motto „Kapitalismus von innen zermalmen“. Toller finde ich noch, dass ich wetten kann, dass ihr auch alle einen ganz gewissen Kleidungsstil haben werdet. Konkret. In eurer omniantigegenalleshaltung wichst ihr euch permanent einen drauf. Es ist unter Garantie 50% von dem was ihr macht aus dem Gefühl der Andersartigkeit, der Gemeinsamkeit in eurer kleinen Gruppe usw. motiviert.
    Ich werde mir jetzt keine Mühe machen das zu begründen. Aber ich merke es einfach. In jedem Satz schwingt das Gefühl der Geilheit mit dem einfach denkenden vor den Kopf zu stoßen. Deshalb ist ja auch kein Gespräch über das Schulmädchen Brichta drin -> denn es ist dir suspekt mich mit deinen markigen Worten nicht vor den Kopf zu stoßen. Ich schätze deine Ansichten und hab Bock drauf sie kennenzulernen. Auf Felix viele Fragen hat ja keine Pissnelke von euch reagiert…warum nur?
    Definiere doch mal den Gutmensch. Ich hab Bock drauf eure Vorstellung davon kennenzulernen. Aber sich dem Dialog öffnen würde die 50%mitschwingende Gruppengeilheit zerstören. Soviel dazu!
    Und noch ein interessanter Aspekt: Du hängst dich am Begriff Schulmädchen auf. Wenn du doch so von Kritik und Gegenkritik und Anti gegen Alles durchdränkt bist, warum dann? Meinst du ernst, dass du aus der Benutzung dieser Vokabel mir irgendwas unterstellen kannst? Leute die wirklich was gecheckt haben checken den Inhalt aus und interessieren sich nen dreck für unsinnige Begriffen. Jeder Versprachlichung bietet ANgriffsfläche – also sei mal ja nicht so sicher, dass deine Erinnerung an meine Maskulinität irgendwie tiefsinnig oder hart gewesen sei. Sie war wie immer ein Antigeschwätz -> ohh der Mann ist von der Gesellschaft infiziert und nimmt Fa Deodorant für Männer und geht ins Fitnessstudio.. Nun wir sind wohl alle irgendwie von der Gesellschaft infiziert in der wir leben… auch du weichschädel. Nur das tolle ist, dass du es nicht merkst und denkst mit deinen bösen Kritiken an meiner Blödheit würdest du mich verwundern. Ich müsste aber schon ganz schön dämlich sein, wüsste ich nicht wie blöd ich bin. Aber ich weiß es :)

    brüstet sich hier jemand mit irgendwas, außer du mit deiner männlichkeit?

    Ich glaube, wie gesagt, flachere Kritik gibt es nicht. Greifst ein Wort raus, machst nen Spinnennetz draus und erzählst mir was über meine Männlichkeit -> ich wette du hast dir einen drauf gewichst wie tiefsinnig kritisch du bist und das du meine tiefsten Instinkte freigelegt hast. Vielleicht kann ich was von deinem Antikapitalistischen Gehalt abbekommen wenn du die ganzen Wetten mitmachst. Und bitte hör auf in der „uns“ Form zu schreiben. Da wird man ja verrückt…wir auf dem CSD wir da wir da wir da…macht ihr auch mal was alleine?
    So nun zu den Fragen:
    „Muss man da nicht auch die Realwirtschaft mitdenken? Fehlt die in ihrer Darstellung nicht“ -> Antwort: Klar, ich bearbeite hier aber nur einen Teilbereich -> BiKri Leutz: …. leere
    Wahnsinn wie ihr den Brichta an die Wand genagelt habt!

    Frage:
    „Aber ändert denn das was am Kapitalismus?“ Neeee na und? Tja Bikri Leutz:…leere…
    Grüße

  13. 13 Stromsau 14. August 2010 um 12:38 Uhr

    „Toller finde ich noch, dass ich wetten kann, dass ihr auch alle einen ganz gewissen Kleidungsstil haben werdet.“

    1) Was ist ein halb gewisser Kleidungsstil?
    2) was ist ein ungewisser Kleidungsstil?
    3) Warum ist es gut, zu wissen, dass einer einen gewissen Kleidungsstil hat?
    4) Welchen Beitrag zur Erklärung von Fehlern der Bikri-Teilnehmer leistet der Kleidungsstil?
    5) Welchen Beitrag leisten Beschimpfungen der Bikri-Teilnehmer als „Pissnelke“ und Vorträge über „Gruppengeilheit“ zur Beförderung eines Dialogs über mögliche Fehler, die sie gemacht haben?
    6) Warum schreibst du nicht hin, was sie deiner Meinung nach falsch machen statt hier einfach nur deine vorgebliche Differenz zu ihnen abzufeiern?

  14. 14 Stromsau 14. August 2010 um 12:45 Uhr

    Es ist ein wenig inkonsequent, einer Linken einerseits vorzuwerfen, sie sei mit der Hamas mehr oder minder eins und andererseits zu glauben, es könne ihr irgendwie unangenehm sein, wenn man ihr Antisemitismus und dergleichen hamas-typische Positionen unterstellt. Man muss sich schon mal entscheiden.

  15. 15 Stefan 14. August 2010 um 16:38 Uhr

    Liebe Stromsau,
    ich weiß nicht was an Kraftausdrücken bzw. Beleidigungen schlecht ist. Aber wenn sie Dich stören – sie waren ernstlich nicht desrespektirlich gemeint! Tschuldigung.
    Dein Kommentar freut mich jedoch :) Das finde ich wiederum gute Kritik an mir….das andere, wie ich ausführlich kommentierte, finde ich arm!
    Mhh was ein halber Kleidungsstil und so Fragen angeht, da muss ich passen. Wobei wir da wieder bei dem kleinkindhaften zerlegen von Begrifflichkeiten wären…weißt du tatsächlich nicht was ich mein(t)e?
    Kleidungsstile sagen eben viel aus und je einheitlicher und gruppendynamischer, abgrenzender sie sind, umso sicherer kann man sich sein, dass hier keine individuell erworbene Position/Überzeugung vertreten wird, sondern eben auch ein großer Anteil Gruppengeist. Und dieser ist immer darauf aufbauend, sich anders zu fühlen und vor allem sich in dieser Gruppenargumentation wohl zu fühlen. Daher ist das wichtig für meine Aussage, dass hier keine offene Debatte möglich ist, weil die an individuelle Überzeugung und indiv. Intellekt appelieren würde. Sie würde herausfordern, dass jemand von euch dem Felix seine Fragen so beantwortet wie er eben fühlt. Dann würden Übereinstimmungen und Verschiedenheiten gefunden. Die dynamische Gruppe, die aus Abgrenzung besteht, würde somit aufgeweicht!Und das wollt ihr scheinbar nicht. Jeder Dialog weicht auf. Denn dann ist es eben nicht mehr möglich diesem „Ben“ Dinge vorzuwerfen, ohne je mit ihm geredet zu haben. Vielleicht denkt er ja wie du und macht trotzdem dieses Festival…aber dafür muss man reden und nicht urteilen. Dafür stelle ich Fragen mache Vorwürfe und co. Aber Antworten habe ich noch keine bekommen. Ich weiß kaum was über euch und kriege auch nichts mit. Ausser, dass alle scheiße sind. Linkspartei, Antifa, Schwule auf dem CSD, Spd, Attac, Fair-Trade-Hippies, Ben, Stefan, Felix…einfach alle…
    Deshalb finde ich deinen Post wirklich geil! Denn du hast mich aufgefordet zu sagen was mich stört. Das ist der erste Ansatz gelingender Kommunikation hier im Forum. So tolle Sätze wie „ihr seid doch verantwortlich für verkürzte Kapitalismuskritik, wir waren das nicht.“ das geht echt garnicht.
    Also wenn du wissen willst, was mich, ben, felix und andere hier nervt, dann schau doch mal die Posts an. Ben hat klar gesagt, ihr habt euch nicht deutlich und intensiv ausgedrückt. Die Antwort oh doch haben wir. Und mit Idioten reden wir nicht.
    Ich denke man kann nix anderes fordern, als was ich auch gesagt habe. Auf so einem Festival…Haut doch rein. Selbst der Verastalter Ben freut sich ja scheinbar drüber. Ich hätte gerne gesehen, ob ihr den Brichta zerlegen könnt oder nicht. Jedenfalls finde ich es daneben auf dem Festival fast nix zu sagen, das mit der Verblendung der Anderen und eurer Weisheit zu begründen, dann im Forum auf keinen Frage- oder Krtikpunkt einzugehen und am Ende zu sagen „kritisiert uns doch ehrlich.“ Das ist passiert und es ist bis eben keine annähernd konstruktive Reaktion gekommen.
    Nochmal:
    Ihr seid Kapitalisten, wie jeder andere auch. Ihr arbeitet, ihr studiert. Ihr bezahlt mit Geld. Ihr tragt einen aussagenden Kleidungsstil. Ihr seid wie alle anderen. Ich auch. Das ist erbärmlich, aber leider kaum zu ändern. Es sei denn man macht ne Almfarm auf. Und das was ich von euch höre ist eben -> ihr habts nicht verstanden, wir reden nicht mit Deppen, wir sind wissend in Unwissenheit aber irgendwie doch einfach besser…
    Das ist, wenn du Kritik haben willst, der entscheidende Punkt. Die Verächtlichkeit im Umgang mit anderen. gerne! Aber dann bitte auch wirklich besser sein.

  16. 16 Stromsau 14. August 2010 um 19:42 Uhr

    Hallo Stefan,

    ich denke, dass du es mit Kraftausdrücken und Beleidigungen anderen schwer machst, sich vorrangig mit dem Argument und nicht vorrangig mit dir als Beleidiger auseinanderzusetzen.

    Danke auch für deine Klarstellungen zu dem Kleidungsthema. Trotzdem liegst du möglicherweise etwas daneben: Sich so einer Gruppe anzuschließen, ist ein Willensakt. Wir reden hier nicht vom Staat oder der katholischen Kirche sondern einer Art Verein oder Szene, wo man nicht einfach hereingeboren wird sondern sich bewusst entscheidet: Das ist mein Ding, da mache ich mit. Man nimmt den „Gruppengeist“, den du hier in die Diskussion einführst, auch nicht per Beitrittsbekundung auf sondern man schließt sich ihm bewusst an, stimmt ihm zu, macht ihn sich zueigen.

    Wenn Kleidungsstile und der Grad der Uniformierung so viel aussagen, dann wäre es gut, ganz konkret zu sagen: Ihr habt wahrscheinlich den und den gemeinsamen Kleidungsstil und das bedeutet erstens, zweitens, drittens. Noch besser: Vorher nachfragen ;-)

    Jedenfalls meinst du, dass mit einer Gruppe, die sich gewisse Ansichten teilt, keine Diskussion mehr möglich sei und begründest das mit der Gruppendynamik. Das muntere austeilen von These und Widerlegung soll dann nicht mehr gehen. Warum eigentlich? Ein Argument ist entweder richtig oder falsch, widerlegt oder nicht. Dem, der sich einer Gruppe anschließt, abzustreiten, dass er sich überhaupt noch selbst mit Argumenten auseinander setzt, ist ein Irrweg. Selbst, wenn die Gruppe „mit einer Stimme spricht“, weil sie sich vielleicht einig ist, was zu deiner Kritik zu sagen ist oder weil sie einen Obermacker (m/w) hat, dem sie aus freien Stücken nachplappert, steht da immer noch Argument gegen Argument. Da muss dann halt mal auf den Tisch gepackt werden, was denn an der verkürzten Kritik dran ist. Schlecht ist’s nur, wenn eine Gruppe sich im wesentlichen selbst feiern will. Das ist bei Einzelpersonen, die auf dicke Hose machen aber nicht anders.

    Ich jedenfalls bin kein Kapitalist, so wie fast „jeder andere auch“. Dazu fehlt mir schonmal das Kapital. Ob ich arbeite, lerne, studiere oder derzeit auf die entsprechenden Gelegenheiten warten darf und soll, tut gar nichts zur Sache. Hierzulande ist man gezwungen, sich in solchen Sportarten zu betätigen, um die nötige Kohle zum Bezahlen ranzuschaffen. Bezahlen muss sein weil sonst kriegt man den Kram nicht, den man braucht oder will. Das liefert haufenweise gute Gründe, sich zu überlegen, wie der Laden funktioniert und warum man dabei nie mit dem Arsch an die Wand kommt und vielleicht noch, wie man das Ganze auch mal los wird. Tipp: Die Farm isses nicht, können wir gerne mal diskutieren. Jedenfalls folgt aus dem mittun-müssen kein einziger guter Grund, sich falsche und unhaltbare Erklärungen in den Kopf zu setzen. Das ist mehr das Hobby der Abteilung, die mittun und dabei erfolgreich sein will
    Deshalb versuch’s immer wieder mit der Kritik.

    Was ist das also mit dem Fair Trade? Da wird der Handel mit Kaffee, Kakao und anderen Vorprodukten angeschaut, die aus agrarischen Ländern zu haben sind und man stellt fest, dass die Bauern, die Agrargenossenschaften oder die angestellten Landarbeiter (je nach Blickwinkel) von dem ganzen Handel kaum etwas haben. Sie machen unter skandalösen Bedingungen die ganze Arbeit und können vom Geld, das sie dafür kriegen kaum ihre eigene Ernährung bezahlen. Fair-Trade-Befürworter finden das ungerecht und wollen stattdessen einen gerechten Handel aufziehen, bei dem der Konsument freiwillig mehr bezahlt, als er muss. Die kommen gar nicht drauf, dass Handel mit Gerechtigkeit nichts zu tun hat: Dass da der eine viel billig kaufen will und der andere sein Zeug loswerden will zu möglichst hohen Preisen und dass es ein Streit ist, dessen Ausgang auch an der jeweiligen Erpressungsmacht liegt. Kein Mensch kommt auf die Idee, fair gehandeltes Erdöl zu tanken, obwohl es vielen in Venezuela gut täte ;-) Fair Trade hat viele Haken. Einer davon ist, dass man ihn sich erstmal leisten können muss. Der andere ist, dass die Produzenten trotzdem arm bleiben. Dahinter steckt eine Ideologie, man habe als Konsument eine Macht und sei letztlich dafür verantwortlich, unter welchen Bedingungen Nahrung, Kleidung usw erzeugt werden. Diese Sorte Kampf hat neben Afrika weitere Schauplätze: Da soll man dann kein Spielzeug aus Fernost und keine Textilien von Kinderarbeit-Marken kaufen und Kaffee immer fair und Fleisch nur vom Biohof und die Flyer für die nächste Demo dürfen nicht aus der Druckerei mit dem Lohndumping kommen …

    Das Einzige, das dabei zuverlässig herauskommt, sind Mehrkosten im eigenen Portemonaie, auf die kein Arbeitgeber und kein Vermieter der Welt Rücksicht nimmt. Billig wohnen ist übrigens auch nicht, weil man damit den Ärmeren ihre Viertel weggentrifiziert. Diese ganzen Versuche, sich kleine Oasen des alternativen Lebens oder wenigstens der Gerechtigkeit mitten im Kapitalismus aufzumachen, sind letztlich Selbstbetrug und gehören in der Sache kritisiert.

    Dass diese Gruppe, der ich übrigens nicht angehöre, das nicht leisten mag, weil ihnen die Adressaten nicht fein genug sind, ist ungünstig, aber kein Grund, es ihnen gleich zu tun oder auch nur die eigenen Bemühungen zu verringern. Wer hat dich denn dran gehindert, dem Gotthardt zu erklären, wie das mit dem Handel und der Gerechtigkeit ist und warum Fair Trade nichts anderes als die Sorte Gewissensberuhigung darstellt, die die ältere Generation mit „Spenden für Afrika“ an Weihnachten erledigte?

  17. 17 Stefan 16. August 2010 um 12:40 Uhr

    Liebe Stromsau,

    Zu den Beleidigungen:
    - sie haben durchaus ihren Zweck erfüllt, weil sich das erste Mal in diesem Forum jemand für mich interessiert hat nachdem sie ausgesprochen wurden
    - um überhaupt ein Maß an Aufmerksamkeit zu bekommen haben sie sich gelohnt :) Trotzdem sorry.

    Zum Willensakt/Beitritt einer Gruppe/Kleidung
    - ich hoffe du nimmst dir da nochmal Zeit deine Positionen zur Willensfreiheit und bewusster Entscheidung zu überprüfen
    - aus meiner SIcht widersprechen sie faktischen Sicherheiten -> es gibt keine solche freie, bewusste Entscheidung
    - da spielen so viele Dinge mit rein, dass du letztlich nicht sagen kannst ob der Kleidungsstil oder die intellektuelle Überzeugung einer Gruppe für dich anziehend war
    - deine Überzeugung menschlicher Freiheit und Bewusstheit rückt dich sehr in die Nähe der Fair Trade Hippies. Eure Analyse und er Ausgangspunkt sind nahezu deckungsgleich, die Konsequenz nicht. Dazu später mehr!
    Zu Gotthardt:
    - was hätte ich antworten sollen? Die Frage ging an die Anti-Fair-Trade-Fraktion
    - seine „Analyse“ passt aber, nur was soll ich da antworten?
    Zu Gruppendynamik:
    - klar ist eine indiv. Diskussion trotz Gruppenzugehörigkeit keine Utopie!
    - also wir unterhalten uns ja auch gerade -> es war aber hier ein konkreter Vorwurf an die „Anti-Gruppe“, deren Positionen automatisch ins Wanken geraten wenn diskutiert wird
    - daher bleibt mein Eindruck bestehen, dass die Bi-Kri Gruppe eine solche Disposition aufweist und Unterhaltungen mit „Minderbemittelten“ eben aus dem Weg geht!

    Zum Kapitalismus:
    - du bist kein Kapitalist, weil du kein Kapital hast? Dann ist ja fast keiner Kapitalist.
    - ist der dem Leistungsprinzip verfallene arme Arbeiter, der dieses System stützt kein Kapitalist?
    - hier sind wir wieder bei deiner Grundposition, die sich schon beim Thema menschlicher Freiheit zeigt -> Sorry aber klingt für mich nach einem (nicht negativ gemeint) Gutmensch
    - aus meiner Sicht muss man akzeptieren, dass wir alle relativ hilflos und armselig sind -> sobald ich aus Eigeninteresse ausbeute bin ich dick dabei und somit Kapitalist. Oder gings hier nur um Feinheiten auf der Wortbedeutungsebene?

    Zu Fair Trade
    - wie gesagt die Analyse deinerseits ist sehr ähnlich zu denen der Fair Trade Heinis -> Das System ist weltumspannend, kaum zu überwinden und beutet egal wie egal wo immer Menschen aus und sorgt für armselige geldabhängige unfreie Zustände.
    - recht hast du darin, dass die die denken mit FT genug getan zu haben zu kurz denken -> da gibt es einige, die sichs leisten können, und sich einen drauf hobeln, dass sie ja gute Menschen sind und demnach die Schlechtigkeit der Welt an Ihnen nicht liegt, sondern an den anderen -> es liegt aber nicht an den Anderen, sondern auch darin wie die Rahmenbedingungen an sich sind -> Also am Kapitalismus
    - wer den Kapitalismus mit besserem Kapitalismus heilen will ha was nicht gecheckt
    - richtig ist auch die Analogie zur Spende an Weihnachten
    - also Analyse ähnlich -> nur nun ist die Frage nach der Konsequenz
    - Mensch kann nich anders als auszubeuten, verschmutzen, zerstören etc. -> nur verstehe ich deine Konsequenz nicht
    - die Aussage, da das Grundprinzip gleich schlecht bleibt, macht man nichts ausser geistiger Kritik -> das tolle daran ist, dass es sich dann um inhaltsleeres bzw. empirieloses Theoretisieren handelt
    - dann ist die Welt ja genauso schlecht wie ohne euch -> ob ich nun EInsicht in die Schlechtigkeit habe oder nicht? Was änderts wenn ich mitmache?
    - da machst du es dir sehr leicht zu sagen ich kann ja nur mitmachen. Das finde ich einfach nicht richtig. Geh raus aus der Welt. Das ist sehr wohl machbar.
    - nun aber zurück zum Fair Trade -> deine Analyse bleibt ohne konsequenz inhaltslos bzw. für die Menschen irrelevant
    - die Frage ist ja letztlich eine Moralische -> ziehe ich die Kosnequenz daraus den einzelnen Menschen irh Schicksal zu erleichtern soweit es in meiner Macht steht, oder nicht. Das ist unabhängig davon zu sehen, ob ich glaube als Käufer macht zu Veränderung zu haben. Die habe ich nicht, da die Prinzipien identisch bleiben.
    - daher die Frage nach Verantwortlichkeit und Moral -> du lehnst sie ab, weil du ja nichts dafür kannst, dass du mitmachen musst und weil sich ja nix ändert
    - FT Hippies nehmen Vrantwortung und Moral mit in ihr Handeln auf, weil sie wissen, dass bei FT/Bio/Regional die Menschen, nicht das System, die Menschen, innerhalb des Systems, wohler leben können
    - über Bezahlbarkeit brauchen wir nicht reden -> Was wir alles für Scheiße besitzen. Also wenn die Priorität entsprechend wäre, dann wäre das locker zu bezahlen

    Ja also ich finde die Diskussion hat eben bis hierhin gezeigt, dass viele Dinge ähnlich gesehen werden. Allerdings ist die Konsequenz nicht gleich und ich verstehe es noch nicht. Wie kann man denn in den Lidl gehen und sagen nun ja es ist beschissen, mach ichs für das einzelne Individuum doch noch beschissener. Worum gehts da?
    Grüße

  18. 18 Administrator 19. August 2010 um 2:47 Uhr

    @ Mahattmaglück: Na siehste, den Satz verstehst du doch. Das Einzige, was nachzuholen wäre, ist, dass es für mich persönlich leider nicht möglich war den Vortrag über das Regiogeld zu besuchen. Schade, aber was solls…
    Und ich bitte Dich, würde die „Szene“ noch BiKri „angemessen“ kritisieren, würde es ihre Armseligkeit noch bestätigen. Schön, dass Du den Comic durchschaut hast. Schade nur, dass BiKri die Wahrheit in letzter Instanz nicht verkauft, denn es ist kein Clan mit kommunistischen Mindeststandarts. Zur „verkürzten Kapitalismuskritik“ sage ich nur, dass ich als Schulmädchen offensichtlich noch Einiges zu lernen habe und zu meiner Schande die Lektüre von Phase2 seit Jahren vernachlässige. Bin nicht up to date. Das FT-Fest war eine Info-Veranstaltung, da hätte mensch die Kritik auch ruhig „verlängern“ können.

    @ Stefan: Du schreibst halt viele wunderbare Sachen! Deine soziologischen Ausführungen zu Gruppendynamiken und dress-codes lassen wir unkommentiert, Du scheinst ja besser Bescheid zu wissen als wir selbst. Nur eins dazu: BiKri ist nicht das, was Du meinst und nimmt sich keineswegs ernst. Da rumzuhacken bringt nichts, wir machen uns auch nicht die Mühe, dies zu begründen.
    Zu Schulmädchen-Frage: glaubst Du, hättest Du „schwarz“ gesagt, hätte Ich sofort aus der Antihaltung heraus mit „weiß“ gekontert? Ein herablassender sexistischer Vergleich spricht einfach für sich, da ist kein Inhalt dahinter, sondern wahrscheinlich etwas was sich butthurt nennt. Und ob ich dich verwundern wollte… Ach, Stefan, als obs mir so wichtig wäre Dich mit irgendwas zu verwundern. Die nächste derartige Äußerung wird gelöscht, wähl Deine Worte.
    Was dann weiter kommt, check ich nicht. Führst du Selbstgespräche, um uns Schulmädchen etwas zu veranschaulichen? Ich vermute mal, es geht um e-mails. In dem Fall tut es mir leid, die ist zZ nicht zugänglich. Also, geduldet Euch, wie ich mich geduldet habe, als ich vor einem Jahr Attac angeschrieben habe (und nicht einmal ein „nein“ bekommen), vllt kommt noch was. Wenns was wert ist. ;)
    Um noch einmal zum unseren Vorhaben auf dem FT: es ist im Text beschrieben, mit einem Wort zwar, aber treffend.
    „In jedem Satz schwingt das Gefühl der Geilheit mit dem einfach denkenden vor den Kopf zu stoßen.“ Daraus lässt sich kein Vorwurf machen. Würde mensch den „einfach denkenden“ dasselbe erzählen, was sie eh schon kennen, würden sie sich Gedanken machen?
    Was Gutmensch heißt, sagt Dir auch wikipedia. So viel Mühe kann mensch sich schon geben, Stefan.
    So viel butthurt, so viel butthurt… ;)

    @ Stromsau:
    „Es ist ein wenig inkonsequent, einer Linken einerseits vorzuwerfen, sie sei mit der Hamas mehr oder minder eins und andererseits zu glauben, es könne ihr irgendwie unangenehm sein, wenn man ihr Antisemitismus und dergleichen hamas-typische Positionen unterstellt. Man muss sich schon mal entscheiden.“

    Meinst Du? Hm… Ist doch egal, obs angenehm oder nicht, denn von diesem Verein erwarten wir halt nichts. Aber sagen kann mensch das trotzdem, findest Du nicht?

  19. 19 Stefan 19. August 2010 um 9:09 Uhr

    HiHi,
    dieses armselige in Schubladen-einordnen-müssen sagt doch alles…
    Was nicht alles sexistisch, antisemitisch und co ist. Naja du hast wohl recht. Wenn mans braucht, kann mans so einordnen.
    Mich freut, dass du als Admin hier immer wie ein Oberlehrer bzw Papa (Ist das sexistisch? Sollte ich Papa/Mama schreiben?) auftrittst und allen von oben herab die Welt erklärst. Allerdings frage ich mich gerade, ob du beim schreiben ordentlich die Lampe anhattest. Teilweise ist es völlig zusammenhangsloses Zeug. Was hast du Attac geschrieben? Warum wolltest du ein „Nein“ und was habe ich damit zu tun? Was faselst du von eMails?
    Naja. Ich denke auch dir ist klar, dass ein Blick zu Wikipedia mir nicht sagt was du persönlich unter Gutmensch verstehst. Es ist einfach schade, dass Mensch nichts über euch rausfinden kann. Aber dann erwartet auch nicht, dass ihr irgendwas ändert oder irgendwer euren armseligen Block liest. Das war jetzt ne Ausnahme. Nun ist aber wieder Schluss mit der Öffentlichkeit. Fair Trade hats gegeben Fair Trade hats genommen. Zurück in die Schmuddelecke des Anti Anti Sexismus und des Anti Anti Semitismus :) Viel Spaß dabei.

  20. 20 Administrator 19. August 2010 um 13:36 Uhr

    du hast wohl nichts außer beleidigungen und dummen unterstellungen gewollt, was von anfang an klar war.
    also, danke für die aufmerksamkeit und tschuss.

  21. 21 Stefan 19. August 2010 um 15:55 Uhr

    Hehe,
    jetzt weiß ich wieso die Kommunikation einfach nicht gelingen wollte. Ich konnte deine inneren Zweifel nicht ausräumen bzw. ich wusste ja garnicht das welche da waren.
    Also sterbe ich in Dummheit und ohne Belehrung von papi :)
    Zwei Kritikpunkte muss ich aber noch loswerden. Ach was Kritik? lob! Einmal für deine wirklich ausgefeilte und völlig innovative Pädagogik. „Die nächste derartige Äußerung wird gelöscht, wähl Deine Worte.“ Nochmal dann gibts aber auf die Finger! Sehr gut, sehr kritisch und sehr ausgefeilt. Wie war das nochmal mit böser Gesellschaft und so?
    Zweimal für eure wirklich tiefgründige Andersartigkeit. Ihr seid tatsächlich in der Lage Begrifflichkeiten auszutauschen. Mensch statt man. Schulmädchen = Sexismus. Großartig wie ihr aus Begriffen Information&Wahrheit saugt. Hat das was mit dem gemeinten bzw. dem konkreten Handeln zu tun?
    Aber was mir einfach am meisten aufgefallen ist. Ich habe selten ne Gruppe kennengelernt, die es sich scheinbar in allem so einfach macht
    - unsere Einstellung? Reden wir nicht drüber, falls doch -> wir nehmen uns auch nicht ernst
    - praktische Konsequenzen aus der Theorie/Einstellung? Fehlanzeige
    - nicht gelungene Kommunikation mit Stefan -> der war Sexist und ausserdem wollte der eh nur beleidigen. Deswegen hat der so viel geschrieben :)
    Einfach nur Chapeau. Die Welt ist selten so einfach wie du sie vorfindest, aber ich freue mich für dich, dass du sie so vorfindest.
    Ehrlich, egal wie es ankam, meine Beiträge waren ein ernst gemeinter, aber gescheiterter Versuch eure „Position“ zu verstehen. Nur leider habe ich nichtmal eine Position kennengelernt. Ich gebe zu. Das ist frustrierend. Ich hoffe dein Ego pumpt jetzt aber nicht wieder sonstwo hin. Es ist durchaus nichts ungewöhnliches, wenn ich Interesse an Mitmannen habe ^

  22. 22 gurke 20. August 2010 um 10:54 Uhr

    @stefan: was willst du eigentlich? das hier ist kein „forum“, in dem dir irgendjemand deine fragen zu beantworten hat.

    zu deinen fragen (trotzdem): möchtest du lediglich wissen welche klamotten die leute tragen, die an den bikriveranstaltungen teilnehmen? wenn ja, dann frag doch einfach mal nach nem gruppenfoto (admin?^^). des weiteren glaube ich, dass sich nur die wenigsten (hier (?)) mit dir über deine meinungen zu den themen „kapitalisten“, „begriffe“, „konsequenzen“ usw. unterhalten möchten. dafür verraten alle deine sätze zu viel von deiner ahnungslosigkeit. deine interpretation der „analyse“, die du oben erwähntest, hat nichts mit einer solchen zu tun.

    dass kritik immer und immer wieder als überheblichkeit und selbstverliebtheit diffamiert wird, ist so ermüdend. da während des fair trade festivals von den autorInnen keine kritik geäußert wurde (stimmt das überhaupt? naja wie auch immer..), darf deiner ansicht nach keine kritik auf dem blog veröffentlicht werden?

  23. 23 Stefan 20. August 2010 um 16:17 Uhr

    Wie jetzt?
    Willst du nun mit mir reden oder nicht?
    Eins deiner Antwort vorweg: Es interessiert mich eben nicht, ob ich Ahnung habe und wie nach Autor a oder b Analyse analysiert wird. Ich habe Fragen und verstehe tatsächlich wenig, da ich keinerlei Einblick habe. Und wen soll ich fragen wenn nicht die, die eine solche naja sagen wir mal partiell sachliche Kritik geschrieben haben? Und ob du nun mit mir reden willst oder nicht. Ist mir egal. ich versuchs trotzdem. Also ja/nein/vielleicht?

  24. 24 Administrator 22. August 2010 um 0:47 Uhr

    nachdem du dich als gesprächspartner disqualifiziert hat, ists mit auch egal, ob du was versuchst oder nicht. hast du dich bereits verabschiedet, oder hab ich was falsch gelesen? tschüss, stefan!
    nein, gurke, gruppenfotos haben wir leider nicht. vllt machen wir auch ein oder zwei und lassen unseren kleidungstil von unseren fans analysieren. nur die belohnung muss mensch sich noch ausdenken. ;)

  25. 25 Stefan 22. August 2010 um 15:57 Uhr

    Ich halte es mit meiner Lieblingsband „Wir sind Helden“:
    Gekommen um zu bleiben!
    Allerdings nur in diesem Bereich. Den anderen polemischen Müll lese ich nicht, versprochen ;)
    War ich nicht schon disqualifiziert bevor ich sprach oder erst danach? Gibt es qualifizierte Kritiker eurer Einstellung?
    PS: Gurken lagere ich (Mensch) im Kühlschrank.

  26. 26 leberkäsbrötchen 22. August 2010 um 19:04 Uhr

    sagt (manisch lachend): „lecker, lecker, lecker!“

  27. 27 Seargent "Finke" Finkenberger 23. August 2010 um 0:42 Uhr

    Der bekannte Commedian Finke Finkenberger bei Bild-Online:

    „Wurst vom Bio-Hof kommt mir nicht in die (Einkaufs-)Tüte. Bruzzler von Wiesenhof sind knackig und frisch!Auch kalt aus dem Kühlschrank.“

  28. 28 Boi!-Hof 23. August 2010 um 12:50 Uhr

    Apropos! Im Boi!-Hof spielt im Oktober die französische Band Wurst. Der Termin steht noch nicht fest, wird aber rechtzeitig bekannt gegeben.

    http://www.myspace.com/leswurst

  29. 29 Asok 24. August 2010 um 16:19 Uhr

    Haha. Bin dabei wenn es „After Eight“ und palettenweise Finkbräu gibt.

  30. 30 sprechendes spiegelei 27. August 2010 um 20:06 Uhr

    oh shhhhiiiiit, der sprechende lebekas ist wieder da!
    alle in deckung!

  31. 31 ben 29. August 2010 um 0:46 Uhr

    Lieber Admin, danke für Deine Nachricht hier.
    Wir machen bald was zum bedingungslosen Grundeinkommen, falls Ihr Interesse habt, lasst es mich mich wissen.

    Finde das Theorie/Praxis Problem auch sehr wichtig, würde ich gerne mal einige der Leute treffen, die hier Beleidigungen aussprechen, die sie gegenüber den Beleidigten wohl nicht wiederholen würden…Keiner von Euch kann wohl ansatzweise behaupten, dass er das Dilemma gelöst hätte, als kritischer Mensch auch in kritischer Weise in dieser Welt zu leben, also wer auf dicke Hose machen will und mich beleidigt, soll das mal persönlich machen und nicht als falschner Peter…

  32. 32 Administrator 04. September 2010 um 9:34 Uhr

    ich bitte es dem falschen peter nicht zu verübeln. er ist nämlich nicht mit sich selbst identisch.

  33. 33 Verdoinglichung 02. Oktober 2010 um 16:08 Uhr

    Identität hat nur ein totes Ding. Das hat schon der alte Hegel gewusst, und der hat bekanntlich auch nur ins Klo gschisse. Oi!

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